Square Pulse – aufwendigste Technologie für maximalen Erfolg
Alle IPL-Systeme arbeiten durch die Abgabe von energiereichem Licht in kurzen Impulsen. Im Idealfall sollten diese Impulse sogenannten Square-Impulsen entsprechen, also nahezu rechteckig verlaufenden Energiekurven (siehe Abbildung Impulsverlauf): Das bedeutet, dass die abgegebene Lichtenergie, die sich proportional zum angelegten Stromfluß verhält, sofort auf die gewünschte Höhe ansteigt und diese Leistung konstant über die gesamte Impulsdauer hält, um dann sofort wieder auf „0“ zurück zu fallen. Dieses theoretische Ideal kann von keinem System gehalten werden, dennoch ist es überaus wichtig, diesem idealen Verlauf so nahe wie irgend möglich zu kommen.
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Dies aus 2 Gründen: 1. Bei Impulsen, die länger sind als 2 ms, verläuft der Temperaturanstieg in der Epidermis proportional zur abgegebenen Intensität. Ein "rechteckiger" Impuls bedeutet also gleichmäßige Intensität und konsequenterweise weist ein rechteckiger Impuls die geringstmögliche Maximalenergie (J/cm2) auf. Der rechteckige Impuls minimiert demnach die Risiken unerwünschter Nebenwirkungen wie zum Beispiel Verbrennungen. Alle anderen Impulsverläufe verlangen eine höhere Maximalintensität im Laufe des Impulses, um eine für den Behandlungserfolg entsprechende Gesamtenergiemenge (diese Energiemenge entspricht der Fläche unterhalb der gezeigten Kurve) zu erzeugen. Diese "runden" Impulse werden in der Regel durch kleinere, leichtere und zumindest in der Herstellung wesentlich preiswertere Systeme erzeugt.
2. Ein nicht gleichmäßig abgegebener Impuls verändert zudem die "spektrale Zusammensetzung" des erzeugten Lichts. Dieses Phänomen ist vergleichbar mit der Funktion eines Dimmers: Wenn man die Helligkeit reduziert, wird das Licht wärmer. Eine Xenon-Lampe verhält sich ähnlich. Eine Veränderung der Stromkurve bringt daher zwingend eine Veränderung des während der Behandlung abgegebenen Lichtimpulses mit sich – und das bei jedem einzelnen Impuls. In der Praxis bedeutet das, dass dieser "Dimmer-Effekt" zu einem höheren Anteil niedriger Wellenlängen führt, die wiederum eine geringere Eindringtiefe in das Gewebe mit sich bringen. Mit anderen Worten: Die wesentlich höhere Maximalenergie trägt zum einen zu einem stark ansteigenden Risiko unerwünschter Nebenwirkungen bei, gleichzeitig wird der Erfolg der Behandlung wesentlich verringert.
Um nun einen Impuls abgeben zu können, der dem Ideal entspricht, sind technisch 2 Voraussetzungen zu erfüllen: Zum einen muss die sogenannte "Kapazitätsbank", also der "Vorratsbehälter" für den Stromimpuls, groß genug sein. Zum anderen muss die Auslösung dieses Stromimpulses von einem sehr leistungsstarken, schnellen und daher sehr aufwändigen Start-/Stop-Mechanismus gesteuert bzw. kontrolliert werden. Allerdings ist für diese herausragende Technologie auch ein entsprechender Preis zu zahlen: Denn eine große Kapazitätsbank und eine ausgezeichnete Kontrolleinheit sind größer, schwerer und teurer als Aufbauten und Systeme ohne diese Eigenschaften.
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